Franz von Sales


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Mein Weg

Mein Weg


März 07: Ein Bild im Pfarrblatt springt mir in die Augen: Drei Frauen, eine davon im Rollstuhl, daneben ein Text mit Zitaten,
die wie Trümpfe ausgespielt wurden: „Blühe, wo du gepflanzt bist“ – „Sei, wie du bist.“ – „Alles aus Liebe, nichts aus Zwang.“
– Nur langsam verstand ich, dass es sich um eine Gruppe handelte, die auf die Spiritualität von Franz von Sales baute.

Es wurde im Artikel auf eine Ausbildung in dieser Spiritualität hingewiesen und die Gewissheit, dass dies eine Gemeinschaft war,
die dem Glauben tiefer auf den Grund ging, hatte mein Interesse geweckt. Das war genau das, was ich brauchte, denn zu dieser
Zeit war ich im Begriff, eine Etappe auf dem Weg zurück in die katholische Kirche abzuschliessen und ich fragte mich, wie weiter?

So erreichte mich das Angebot der Gemeinschaft des Heiligen Franz von Sales im richtigen Zeitpunkt, ich wusste sofort, dass ich mich melden werde.

Per Mail nahm ich Kontakt mit der Leiterin auf. Wir einigten uns darauf, dass ich ein Gruppentreffen in Windisch besuchen würde.
Der Empfang war herzlich, doch ohne dass ich mich zu etwas gedrängt fühlte. Obwohl ich Mühe hatte, dem Gespräch über eine
Probation über die Freundschaft zu folgen, kam es mir vor, als ob wir uns schon lange kennen würden. Trotzdem war ich ob der
verschiedenen Eindrücke ziemlich verwirrt. Jedenfalls fuhren mir auf dem Heimweg alle Züge vor der Nase ab.

In den nächsten Tagen versuchte ich das Chaos in mir zu ordnen. Im Nachhinein gesehen entsprachen meine Gefühle einem
stürmisch aufgewühlten Meer. Hin und her gerissen, ob ich mich auf dieses Abenteuer einlassen sollte, verspürte ich mitten
im Aufruhr eine Ruhe, die von dem oberflächlichen Gewoge unberührt blieb - alles längst entschieden und klar:
„Gehen Sie ruhig Ihren (diesen) Weg, denn er ist gut.“ (F.v.Sales). Als sich dann auch äussere Hindernisse ohne mein Zutun
wie von selber auflösten, machte ich mich wohlgemut auf den Weg. Das, was mich zuerst gelockt hatte, die Ausbildung, die fast unübersehbare Bibliothek mit salesianischem Gedankengut, ist mir bis heute zu einer rechten Herausforderung geworden,
ein Ende des Weges nicht absehbar.


Käthy Husa

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